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We are not the Infadels
[10.02.06/Wall of Sound]

Als ich die mir, zu diesem Zeitpunkt, noch völlig unbekannten Infadels auf dem FM4 Frequency Festival 2005 erleben durfte, fragte ich mich direkt, was das denn bloß für lustige Kerle sind.

Der glatzköpfige Sänger machte den Robodance, die Rythmusgruppe kloppte den Discobeat wie in Trance aus Schlagzeug und Bass heraus, der Keyboarder sprang immer nur auf und ab um dem Publikum mit einem Acid-Smiley zu zuwinken und das was der Gitarrist mit seinem Instrument machte, sah so aus als ob er sich jeden Moment mit selbigem ein Zimmer nehmen wollte.

Doch auch wenn die Bühnenperformance eher einem epileptischen Anfall glich, konnte mich ihre musikalische Interpretation moderner Rockmusik und auch das erst ein halbes Jahr später erscheinende Album schnell überzeugen.
Denn auf „We are not the Infadels“ werden 50 Jahre britische Musikgeschichte von Beat über Punk bis hin zu Rave und modernen Electro-Sounds zu einem schmackhaften Süppchen verkocht ohne das es zu übertrieben, aufgesetzt oder gar beliebig wirkt.

Der treibende Groove von Alex (drums) und Wag (bass), der immer wieder an Underworld und Manchester Rave, aber auch an Joy Division denken lässt, bildet die Grundlage des Potpourri an dem sich die Matts schrille Ska- und Postpunk-Riffs, irgendwo zwischen Talkingheads, Madness und den im letzten Jahr immer wieder zitierten Gang of Four, anschmiegen um dann von Keyboarder und Perkussionist Richie mit allerlei quirligen Acidlines und Electrogefrickel ordentlich nachgewürzt zu werden. Anschließend verpasst der eher extrovertierte Sänger Bnann diesem musikalischen Leckerbissen noch den nötigen Soul indem er seine flexible Singstimme immer wieder zwischen leicht angepissten Punkrockgenöle und balladesken Popharmonien, à la George Michaels, wechseln lässt.
So sollte es einen dann auch nicht wundern wen die Infadels mit so Granaten wie dem Disco-Stomper „I can’t get enough“, dem abgefunkten „Love like Semtex“ oder dem Ballermann „Jagger ‘67“ in den nächsten Monaten die Indie-Dancfloors der Nation rocken werden, denn eins machen die Infadels besonders und zwar tierisch Spaß!

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